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Cainsdorf - ...ein kleiner Ort in Zwickau...!? Vom »Datum unbekannt« in Kategorie Ortsvorstellung... Blickt man vom östlichen Ufer der Zwickauer Mulde (268m ü NN.) von der sogenannten "Salzstraße" auf den ersten hohen Vorberg des Erzgebirges (391m ü NN.), so nimmt man dort den spitzen Turm der neugotischen Kirche und das neue Wohngebiet wahr. Ein Teil der Gemeinde Cainsdorf liegt eingebettet im engen Tal, das steil ansteigend die Cainsdorfer Höhe erklimmt. Noch vor 170 Jahren soll dieses Tal ein von einem Bach durchflossener Hohlweg mit mächtigen Fichten gewesen sein.
Eine alte Chronik weiß zu berichten:
Allein je höher man in dem Tale emporsteigt, desto mehr wird einem das Dorf gefallen. Von dem Berge, auf dem die Kirche steht, hat man einen Prachtvollen Ausblick auf das Muldental mit Zwickau, Schedewitz und Bockwa, und auf Planitz... und das Erzgebirge. Der obere Teil von Cainsdorf mit Kirche, Pfarrhaus und den Schulen ist gänzlich erhaben über den Dunst und Rauch des Tales, durchweht von gesunder Gebirgsluft.
1839 schlägt die Geburtsstunde der großen Industrie in Cainsdorf. Die "Königin-Marien-Hütte" entsteht.
Das Land verlangt nach Schienen und Stahlbrücken für das sich entwickelnde Eisenbahnnetz. 1842 nahm die Marienhütte die Produktion von Roheisen und Stahl auf. Verarbeitet wurden zunächst Eisenerze aus Stenn und Koks aus Zwickau. Um 1850 waren in der Marienhütte etwa 1200 Arbeiter beschäftigt. Neben Dampfmaschinen waren 1855 60 Bessemerkonverter zur Stahlherstellung im Einsatz. Im Jahre 1865 zählte das Unternehmen 1800 Mitarbeiter. Neben einigen tausend Stahlbrückenkonstruktionen entstand hier auch die Konstruktion für die Elbbrücke in Dresden-Loschwitz, - wegen ihres blauen Farbanstriches "Das blaue Wunder" genannt. Die Loschwitzer Brücke, 1893 eingeweiht, galt mit ihren 141,5 Metern Spannweite als technisches Wunderwerk. Bei ihrer Projektierung und Konstruktion stießen ihre Schöpfer in damals neue Bereiche von Wissenschaft und Technik vor.
Insbesondere mit dem Entstehen der großen Industrie schnellte die Einwohnerzahl Cainsdorfs in die Höhe, 1864 zählte man 2156, 1869 2432 Einwohner. 1903 erreichte die Bevölkerung gar 4300 Köpfe.
So verwundert es nicht, dass um 1856 in der damaligen Sächsischen Landeskirche der Gedanke einer Trennung von Planitzer und Cainsdorfer Gemeinde an Leben gewann. Diakonus Rudolph Rost praktizierte diesen Gedanken auf seelsorgerischen Wegen.
Schließlich setzte die damalige patronatsherrin, verwitwete Frau Kammerherr von Arnim, geborene Reichsgräfin und Edle Frau zu Lippe-Weißenfeld auf Schloß Planitz den Bau einer Kirche und die Gründung einer Parochie Cainsdorf durch. Freilich gab es viele und schwere Verhandlungen, ehe es zur Trennung und Vermögensteilung kam. Am 4. Juni 1860 wurde in dieser Angelegenheit der erste Termin abgehalten und um Mai 1867 der Letzte.
Am 27. April 1868 erfolgte die Grundsteilegung für den Bau der Kirche, der auch nach heutigen Maßstäben schnell von statten ging. Klinkerziegel bildeten das Baumaterial, die in der eigenen Ziegelei der Königin-Marien-Hütte gebrannt wurden. Aus gleichem Material entstanden auch das Pfarrhaus, die beiden Kirchenschulen und die des Friedhofgärtners.
Am 1. November 1869, vor fast 130 Jahren, konnte das neue Gotteshaus eingeweiht werden. Der Holzbildhauer Oskar Rühm schuf 1895 die in unserem Land einmalige Kreuzigungsgruppe. Das Haupt des gekreuzigten Heilands ist den knieenden Hüttenarbeitern zugewandt. Diesem gegenüber ebenfalls knieend - ein junger bergknappe in Alltagstracht.
In der plastischen Bildkomposition werden charakteristische Wurzeln der geschichtlichen Entwicklung Cainsdorfs sichtbar. Mühen, Hoffnungen und Gläubigkeit prägen Gestik und Mimik von schwer arbeitenden Menschen.
In den 90er Jahren des ausgehenden 20. Jahrhunderts stehen für Bürgermeister Klaus-Dieter Martin und den Gemeinderäten vielfältigste komplizierte Aufgaben zur Lösung an. Ein ganzes Spektrum von Fragen nach modernem Wohnkomfort ist zu beantworten.
Wer sehend die Gemeinde besucht, wird das private und kommunale Bemühen zur Kenntnis nehmen, die Altbausubstanz zu sanieren und ihr eine helle und freundliche Fassade zu geben.
Noch sind es Farbtupfer, die zu einem schönen und farbenfrohen Ortsbild zusammenwachsen sollen. Auch deshalb wurde die Grundsteinlegung zum neuen Wohngebiet an der Kirchstraße am 26. Oktober 1994 unter das Motto "Mit Freude bauen" gestellt.
In wunderbarer Landschaft, so wurde in der Festrede zur Grundsteinlegung hervorgehoben, entstehen unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte auf dem Cainsdorfer Berg in einem ersten Bauabschnitt 85 Wohnungen.
Ihre Projektierung könnte man als "zusammenhängende Einzelbebauung" bezeichnen. Zusammenhängend und rationell bauen und gleichzeitig den Eindruck von Einzelhäusern vermitteln, darin besteht die Idee des Architekten. So entsteht in den nächsten Jahren abschnittsweise ein neuer Ortskern mit moderner Infrastruktur für nahezu 1000 Einwohner. Noch 1995 zogen die ersten Mieter ein.
Logisch, dass dies u.a. auch aufwendige Baumaßnahmen für neue Straßenabschnitte, Abwasserbeseitigung und Trinkwasserbereitstellung erforderlich machte. Erinnert sei an den grundhaften Ausbau der Kirchstraße und an die wenig später fertiggestellte Bergstraße. Gleichlaufend wurden und werden große Anstrengungen unternommen, das 14,2 km umfassende Straßennetz des Ortes instand zu halten und schrittweise zu verbessern.
Dabei muss der vernünftige ökonomisch Grundsatz gelten: Straßenabschnitte erst dann grundhaft zu erneuern, wenn alle erforderlichen Unterflurleitungen in der Erde liegen.
Cainsdorf mit seinen 305 ha Fläche liegt in einem Territorium, dessen Trinkwasserqualität der gültigen gesetzlichen Verordnung entspricht, d.h. recht gut ist.
Der Gemeindeverwaltung ist bewußt, dass die hohe Qualität des wohl wichtigsten Lebensmittels der Investitionstätigkeit im Ort und den Lebens- und Wohnbedürfnissen der Bürger wichtige Impulse zu geben vermag. Das bedeutet, Entscheidungen für oder gegen einen bestimmten Wohn- oder Arbeitsort werden zukünftig immer stärker vin der verfügbaren Trinkwasserqualität beeinflusst. Solche Zusammenhänge müssen deshalb im Interesse der Ortsentwicklung überzeugender propagiert werden.
Wesentlich für die Entwicklung modernen Wohnkomforts ist auch, dass für Cainsdorf Erdgas als völlig neuer und umweltfreundlicher Energieträger zur Verfügung steht.
Seit 1993 wurden in aufeinanderfolgenden Etappen viele Haushalte mit Erdgasanschlüssen ausgerüstet und seit 1996 wird Cainsdorf flächendeckend mit Erdgas versorgt.
Mit dem Bau und der Inbetriebnahme der Vermittlungsstelle für digitale Fernmeldetechniken in Cainsdorf wurde für die Gemeinde und den gesamten Raum Wilkau-Haßlau das Tor zur Informationsgesellschaft aufgestoßen. Dass dies geschehen konnte, hat seine Ursache in der schnellen Vermittlung eines geeigneten Baugrundstückes durch die Gemeinde.
Seit 1996 können wohl alle Informationsbedürfnisse von Bürgern, Industrie und aufstrebendem ortsansässigen Handwerk und Gewerbe befriedigt werden. Aus dieser Problemsicht resultiert das Bemühen der Gemeindeverwaltung, für das Wirken und die Ansiedlung von Handwerks- und Landwirtschaftsbetrieben und Gewerbetreibenden günstige Bedingungen im Ort zu schaffen.
Gegenwärtig arbeiten 3 größere Industriebetriebe in der Gemeinde.
Einer der Industriebetriebe, die SAM - Sächsische Anlagen- und Maschinenbau GmbH, Nachfolgerin der DFA, ist, gewissermaßen in der Tradition der Erbauer des "Blauen Wunders" stehend, mit dem erfolgreich bewältigten Projekt Hochbahnviadukt Oberbaumbrücke in Berlin, in die Schar prominenter Brückenbauer zurückgekehrt.
Ständige und anerkannte Unterstützung werden dem Kindergarten der Gemeinde, dem Hort und der Gemeinde zuteil. Dabei geht es nicht nur um unterstützende Maßnahmen durch die Gemeindeverwaltung. Hervorhebenswert sind cielmehr die zahlreichen Aktivitäten von Eltern und Großeltern bei der Renovierung dieser Einrichtungen, die zudem auch Wünsche der Kinder berücksichtigen. Liebevoll und sachkundig umsorgt, fühlen sich die Kinder in Kindergarten und Schulhort sehr wohl.
Hilfe und Unterstützung, sie von Handwerksbetrieben und Gewerbetreibenden geleistet werden, sind ebenfalls zu würdigen. Sie umfassen kostenlose Arbeitsleistungen und Geldspenden. Dies alles hat dazu beigetragen, ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu bewahren. In kostengünstig von der Gemeindeverwaltung zur verfügung gestellten Räumlichkeiten konnte, mit Unterstützung der ortsansässigen Betriebe, auch die Vereinstätigkeit belebt werden.
Erinnert sei lediglich an die Klöpplerinnen und Schnitzer, die sich der Erhaltung alter erzgebirgischer Traditionen verschrieben haben. Und natürlich gehen Kleingärtner - Die Kleingartenanlage "Goldene Sonne" bestand 1995 85 Jahre - Tierfreunde und Sportler in ihren Vereinen begeistert ihrem Hobby mach.
Über allem aber wacht, um Sicherheit und Brandschutz zu gewährleisten, Cainsdorfs Freiwillige Feuerwehr, die 2004 ihren 100. Jahrestag beging. Der aus diesem Anlaß vorgeführte vergleich mit den technischen Möglichkeiten der vergangenen Jahrzehnte fiel überzeugend zugunsten der gegenwärtig verfügbaren Technik aus.
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Von der Höhe des Cainsdorfer Berges hat man nicht nur eine phantastische Aussicht, sondern gleichgalls nur wenige Minuten zu Fuß ins reizvolle Wander- und Naherholungsgebiet Plotschgrund. Es ist Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes "Südlich Zwickau". Auf gut begehbaren und jüngst in Ordnung gebrachten Wegen ist ein sehr vielseitiges Angebot der Natur erreichbar.
Die landwirtschaftlichen Nutzflächen im Landschaftsschutzgebiet werden nach den Prinzipien umweltgerechten Ackerbaus bewirtschaftet. Sie beinhalten einen ganzen Katalog von Vorschriften und Empfehlungen zum Schutz dieses Gebietes.
Lassen wir uns deshalb bei unserem Nachdenken stets von dem Gedanken leiten, aus den der Gemeinde verfügbaren Mitteln auch stündig das Beste für unsere Gemeinde zu machen. Autor: Heimatverein Cainsdorf e.V. / D. Gilger Dieser Artikel wurde 7385 mal gelesen. |
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