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Jugendfeuerwehren ringen um Nachwuchs Vom 19. Feb. 2008 in Kategorie Themen... Schließung der Mittelschule in Mosel stellt Crossens Wehr vor Probleme
Zwickau. Für Hans-Peter Estel, Chef des Stadtfeuerwehrverbandes, ist das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen, aber die Alarmglocken schrillen:
"Wir in Zwickau halten uns im Landesmaßstab zwar gut. Aber wenn wir die Nachwuchsgewinnung nicht vorantreiben, bekommen wir in zwei, drei Jahren ein großes Problem."
Alle 15 Freiwilligen Feuerwehren der Stadt haben eine Jugendfeuerwehr, deren Stärke aber ist extrem unterschiedlich. Bambini-Feuerwehren, in denen Sechs- bis Siebenjährige an den Brandschutz herangeführt werden, eine vielerorts diskutierte Idee, hält Estel derzeit nicht für zielführend:
"Da müsste eine ganz andere Ausbildungsschiene gefahren werden, mit extra ausgebildeten Jugendgruppenleitern."
Von Nachwuchssorgen geplagt ist beispielsweise die Crossener Wehr, sagte Wehrleiter Andreas Fischer am Freitagabend auf der Jahreshauptversammlung. Einen der Gründe dafür sieht Fischer in der Schließung der Mittelschule Mosel 2006. "Da die Kinder jetzt Schulen außerhalb unseres Einzugsbereiches besuchen, haben wir kaum noch Chancen, an dieses Altersgruppe heranzukommen", so Fischer. Zusätzlich erschwert werde die Nachwuchsgewinnung durch eine Festlegung des Gesetzgebers, dass die Kinder mindestens zehn Jahre alt sein müssen, um in die Jugendfeuerwehr aufgenommen werden zu können. "Da haben viele andere Vereine längst die Hand drauf, und wir als Feuerwehr haben das Nachsehen."
Dabei konnten die Crossener in den zurückliegenden Jahren immer auf eine hervorragende Nachwuchsarbeit verweisen. Erst im vergangenen Jahr wurde vier jungen Leute aus der Jugendfeuerwehr in die aktive Truppe übernommen. Allerdings handelte es sich dabei um die letzten "Nachrücker" aus der Jugendfeuerwehr Crossen.
Aufgeben wollen die Floriansjünger dennoch nicht. Als möglichen Ausweg aus dem Dilemma haben sie eine Gruppe für Kinder ab acht Jahren ins Leben gerufen, in der die Mädchen und Jungen spielerisch an die Arbeit der Jugendfeuerwehr herangeführt werden. Auslöser dafür waren Projekttage, die die Crossener 2007 mit der Wehr aus Schneppendorf und der Berufsfeuerwehr an der Grundschule durchgeführt haben. Drei Schüler zwischen neun und elf Jahren bissen an. "Das kann nur ein Anfang sein, denn die Zahl reicht nicht aus, um später eine vernünftige Ausbildung in der Jugendfeuerwehr auf die Beine zu stellen", so der Wehrleiter. Eine mögliche Lösung wäre die Zusammenarbeit mit benachbarten Wehren, denen der Schuh an der gleichen Stelle drückt.
Die Jugendlichen gezielt anzusprechen, sie aktiv zu gewinnen, hält auch Hans-Peter Estel für einen Erfolg versprechende Weg. Zerschlagen hat sich indes die Hoffnung der Zwickauer Feuerwehrleute auf einen Landesjugendfeuerwehrtag in der Stadt. Reichenbach richtet das Großereignis im Juni dieses Jahres aus, und der nächste Jugendfeuerwehrtag kommt erst 2012.
http://www.zwickau.de/feuerwehr/freiwillige_feuerwehr/ Autor: Freie Presse Dieser Artikel wurde 17458 mal gelesen. |
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